Hintergrund

Herzlich Willkommen auf der Website von Verbraucherportal Deutschland. Das Verbraucherportal Deutschland ist eine Plattform um Verbraucher, Unternehmer und Produkte Made in Germany zusammenzubringen. Im folgenden möchten wir Ihnen näher bringen, warum wir Verbraucherportal Deutschland ins Leben gerufen haben.

Wirtschaftliche Verunsicherung

Im November 2003 veröffentlichte Die Zeit (Nr. 49) einen Artikel mit dem Titel "Murks in Germany" - das Desaster mit der Maut, fehlerhafte Neuwagen oder der ICE mit Neigetechnik. Das Image von Made in Germany war in Deutschland selbst angekratzt. Nach einer damaligen Umfrage meinten mehr als die Hälfte aller Bundesbürger, daß das Gütesiegel Made in Germany an Qualität verloren habe. Im Ausland dagegen teilen nur fünf bis elf Prozent diese Meinung. Meinungsforscher behaupten, daß allgemeine "Kummer-Klima" in Deutschland sei Grund für diese Einschätzung.

Zunehmende Konkurrenz

Darüber hinaus werden deutsche Entwicklungen immer schneller kopiert und im Ausland hergestellt, und das für einen Bruchteil der heimischen Löhne. Die FAZ stellte im August 2004 in ihrer Serie "Zukunft Made in Germany" fest, daß auf technisch anspruchsvollen Produkten immer häufiger "made in Osteuropa" oder "made in China" stehe.

An fehlendem Humankapital hierzulande kann dies nicht liegen. Ein im Mai 2004 in der Zeitschrift "Internationale Politik" erschienener Artikel faßt es zusammen: Der Rohstoff Deutschland war und ist im wesentlichen eine erstklassige Ausbildung der Menschen, die - kombiniert mit "deutschen Tugenden" - das Land in vielen klassischen Produktionsbereichen zu einem starken Wettbewerber und wohlhabenden Land aufstiegen ließ. Doch diese Zeiten sind in dieser Breitenwirksamkeit in vielerlei Hinsicht vorbei. Die Globalisierung hat sich beschleunigt, die Konkurrenz verschärft. Traditionsreiche Unternehmen wie Grundig, AEG, Schneider gingen zugrunde oder wurden an ausländische Konsortien verkauft.

Trotz der großen Exporterfolge deutscher Unternehmen nimmt die Arbeitslosigkeit hierzulande weiter zu. Dies liegt daran, daß der Anteil deutscher Vorproduktion an den Produkten, die "Made in Germany" zu sein scheinen, kontinuierlich abnimmt. Der Begriff Made in Germany ist rechtlich nicht geschützt und wird nicht von einer offiziellen Stelle vergeben. Er darf auch auf Produkten stehen, bei denen nur die Entwicklungsleistung oder Endproduktion aus Deutschland stammt. Der Verbraucher hat damit keine Transparenz. Die ausländische Vorproduktion an deutschen Artikeln macht mittlerweile 39 Prozent aus. Dies ist ein schnellerer Anstieg als in jedem anderen Industrieland. Hans-Werner Sinn, Chef des Münchener ifo-Instituts, hat ausgerechnet, daß jeder zusätzliche reale Euro, der heute mit dem Warenexport verdient wird, schon zu 55 Cent auf Vorleistungen aus dem Ausland beruhe.

Wachsende Arbeitslosigkeit

Die Verlagerung großer Teile der arbeitsintensiven Vorproduktion hinter die immer näher rückenden Grenzen der Globalisierung führt zu wachsender Arbeitslosigkeit in Deutschland. Täglich gehen hierzulande fast 500 Arbeitsplätze verloren, weil sie nicht mehr wettbewerbsfähig sind und nicht mehr Bestandteil der inländischen Wertschöpfung sind. Viele dieser Arbeitsplätze werden in Niedriglohnländer verlagert. Die Gründe hierführ liegen auf der Hand: niedrigere Ausgaben für Lohn und Sozialleistungen. So zahlt beispielsweise VW 3,50 Euro Stundenlohn in seinem Werk im slowakischen Bratislava, etwa ein Zehntel des hiesigen Lohns.

Eine steigende Arbeitslosenzahl bedeutet aber auch, daß immer mehr Menschen weniger Geld zur Verfügung steht, das in deutsche, oftmals teurere Produkte investiert werden könnte. Der Zwang, auf billige Produkte aus dem Ausland zurückzugreifen, wächst. Eine Spirale beginnt sich zu drehen. Bislang unterstützt jeder Unternehmer und Arbeitnehmer durch seine Steuerlast diejenigen, die in die Erwerbslosigkeit rationalisiert oder globalisiert wurden. Die Politik will darauf reagieren und gegensteuern. Der Wirtschaftsstreit, den die EU, aber auch die USA um die chinesischen Textilimporte geführt haben, mag dafür ein gutes Beispiel sein. Doch darf staatlicher Protektionismus nicht die Wirtschaft hemmen. Nur wenn auch Beschäftigung im Niedriglohnsektor geschaffen wird, ist die Massenarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Die niedrigsten Löhne müssen dann vom Staat unterstützt werden. Es ist besser, Arbeit zu subventionieren als Arbeitslosigkeit.

Aber trotz konjunktureller Schwäche, die man auch auf weite Teile der EU übertragen kann, ist Deutschland noch die größte Volkswirtschaft in Europa. Deutsche Produkte sind begehrt, vor allem im Ausland. 2005 holte Deutschland zum dritten Mal in Folge den Titel des Exportweltmeisters. Doch täuschen diese Erfolge über den abnehmenden Wertschöpfungsanteil in Deutschland hinweg, auch wenn Wechselkursschwankungen und andere Faktoren ebenso einen boomenden Export unterstützen. Deutschland ist nach wie vor führend bei der Entwicklung neuer Technologien.

Und seit einiger Zeit läßt sich auch der Trend erkennen, daß Verbraucher wieder mehr Wert darauf legen, ein in Deutschland gefertigtes Produkt zu kaufen. Ein gesamtgesellschaftliches Umdenken läßt sich erkennen. Unternehmen realisieren, daß deutsche Arbeitskraft nicht zu teuer ist, wenn sie richtig eingesetzt wird und in ein konkurrenzfähiges Produkt fließt. Deswegen investieren insbesondere auch ausländische Unternehmen aus der Hochtechnologie in Deutschland, wie der Chiphersteller AMD es in Sachsen getan hat.

Unser Anliegen

Das Verbraucherportal Deutschland setzt sich zum Ziel, Unternehmen vorzustellen, die ihr Produkte ausschließlich oder ganz überwiegend in Deutschland entwickeln und produzieren. Diesen Firmen soll eine Plattform geboten werden für ihre Qualität aus dem Hause Deutschland beim Verbraucher zu werben. Der Verbraucher wiederum, der Produkte kaufen möchte, auf denen nicht nur Made in Germany steht, sondern die auch wirklich in Deutschland hergestellt wurden, findet hier die Informationen für seine Kaufentscheidung, Das Verbraucherportal Deutschland möchte auch beim heimischen Verbraucher wieder ein Bewußtsein für die hohe Qualität deutscher Waren wecken, die im Ausland weiter vorherrscht. Er kann sich über die Firmenphilosophie und die Bestrebungen des Unternehmens informieren, Arbeitsplätze am Wirtschaftsstandort Deutschland zu halten.

Bitte informieren Sie sich auch unter den Rubriken "Für Verbraucher" und "Für Unternehmer" weiter über das, was Verbraucherportal Deutschland erreichen möchte. Unsere Art der Vermittlung soll ein Gewinn für beide Seiten sein.

Literatur

Wir haben für Sie eine Reihe von Literaturangaben mit weiterführenden Informationen zusammengestellt. Hier finden Sie unter anderem die Artikel der Zeitschriften, die auf dieser Seite genannt sind.